Der aktuelle Bußgeldkatalog – was bedeutet das im Außendienst?

Sie wurden geblitzt? Sie mussten vor der Arzt-Praxis schnell parken und waren kreativ? Der neue Bußgeld-Katalog hat es in sich! Aber auch die neuen Verkehrsschilder könnten jetzt verwirren

Gerade im Außendienst ist man viel mit dem Auto unterwegs und muss dabei oft schnell sein. Aber was bedeutet das für den Führerschein? Schon seit Anfang Mai gelten die neuen Maßnahmen zur Steigerung der Verkehrssicherheit sowie eine Verschärfung des Bußgeldkataloges. Die Bußgelder wurden drastisch erhöht und es wird schneller ein Fahrverbot erteilt! Wie ist der aktuelle Stand?

Was kann passieren?

  • 16 – 20 km/h – dann droht schon 1 Punkt im Register in Flensburg sowie ein Bußgeld von 70€ innerorts und 60€ außerhalb von geschlossenen Ortschaften
  • Ab 21 km/h zu schnell innerorts wird ein Bußgeld in Höhe von 80€ verhängt – dazu kommen dann 2 Punkte in Flensburg sowie 1 Monat Fahrverbot!
  • Bei 26 km/h zu schnell außerhalb geschlossener Ortschaften werden 95€ und 2 Punkte fällig – dazu kommen dann auch noch 1 Monat Fahrverbot

Strengere Regeln beim Falschparken

Auch das Parken ohne Parkschein, Zweite-Reihe-Parken, Parken an unübersichtlichen Kurven und auf Carsharing-Plätzen sowie vor Feuerwehrzufahrten wird künftig deutlich strenger geahndet. Ein Thema für Außendienstmitarbeiter, die in den Großstädten mit begrenzten Parkmöglichkeiten unterwegs sind.

  • Wer sein Auto an einer unübersichtlichen Stelle parkt, zahlt 35 statt 15 Euro. Die Kosten für das Parken in einer Feuerwehrzufahrt steigen von 35 auf 55 Euro. 
  • Das unzulässige Abstellen von Fahrzeugen auf einem Schwerbehinderten-Parkplatz sowie auf für E- und Carsharing-Fahrzeugen vorgesehenen Parkplätzen kostet 55 Euro. Das Parken oder Anhalten in zweiter Reihe wird nun mit mindestens 55 Euro geahndet.

Behinderung von Einsatz- bzw. Rettungsfahrzeugen

Bei einer Behinderung von Einsatz – bzw. Rettungsfahrzeugen erhöht sich nach dem neuen Bußgeldkatalog (BKat) das Bußgeld auf 100 Euro und es gibt 1 Punkt.

Wer hingegen unerlaubt durch eine Rettungsgasse für Einsatzfahrzeuge fährt, kann bis zu 320 Euro Strafe, 1 Monat Fahrverbot und 2 Punkte im Fahreignungsregister (FAER) in Flensburg kassieren.

Bis zu 100 Euro kann jetzt das Fahren mit E-Scootern auf Gehwegen kosten.

Neue Verkehrsschilder

Überholverbot: An besonders engen Stellen dürfen die Behörden in Zukunft ein neues Überholverbot einsetzen. Das gilt dann auch für die Überholung von einspurigen Fahrzeugen wie Fahrrädern. Wie bei dem bisherigen Überholverbot gilt aber weiterhin, dass auch mehrspurige Fahrzeuge und Motorräder mit Beiwagen nicht überholt werden dürfen. Ein Motorrad oder Moped darf allerdings an der Engstelle weiterhin beispielsweise ein Fahrrad überholen.

Das Carsharing soll in Deutschland immer weiter gefördert werden und damit werden auch neue Regelungen und Schilder notwendig. Das mit der neuen StVO verabschiedete Carsharinggesetz sieht unter anderem auch eine neue Kennzeichnung für spezielle Carsharing-Parkplätze vor. Auf diesen ausgewiesenen Parkflächen dürfen dann bevorzugt Autos von Carsharinganbietern parken.

Zusätzlich zu den neuen Parkflächen gibt es noch weitere Änderungen für Carsharingfahrzeuge. In Zukunft soll es eine einheitliche Plakette geben, die im Fahrzeug angebracht wird. Darauf ist dann zu erkennen, um welche Firma es sich handelt und welches Kennzeichen verwendet wird. Damit soll die Identifizierung einfacher sein.

Der grüne Pfeil erlaubte uns schon immer das Abbiegen trotz einer roten Ampel. Bisher war das allerdings nur Autofahrern vorbehalten. Nun dürfen auch Radfahrer abbiegen, wenn die Ampel rot zeigt. Dafür muss allerdings der Radfahrstreifen oder der Radweg entsprechend angelegt sein. Das neue Schild regelt außerdem an bestimmten Stellen, dass dort nur die Radfahrer bei Rot abbiegen dürfen. Eine generelle Erlaubnis für das Abbiegen trotz einer roten Ampel, wie von Aktivisten gefordert, gibt es aber nach wie vor nicht.

Auch die Radschnellwege – also quasi die Autobahnen für Fahrräder – bekommen nun ein eigenes Schild. Bisher wurden diese nur durch Zeichen auf der Fahrbahn ausgewiesen. Weil die Strecken aber teilweise auch über Schotterwege führen, folgt nun das neue Verkehrszeichen. Mit den Radschnellwegen soll es möglich sein, schnell und ununterbrochen mit dem Rad lange Strecken zurückzulegen.

Die neu geschaffene Fahrradzone lässt sich mit der Tempo-30-Zone vergleichen. Allerdings haben hier die Fahrräder Vorrang. Sie dürfen auf der Straße nebeneinander fahren und für alle Fahrzeuge gilt Tempo 30. Auch sogenannte Elektrokleinstfahrzeuge wie E-Scooter sind in der Fahrradzone erlaubt.

Wir kennen mittlerweile auch Lastenfahrräder, die unser Stadtbild erobern. Sie eignen sich vor allem für den Transport auf einer kurzen Strecke und sind klimaschonend. Um ihnen in Zukunft Parkflächen und Ladezonen zuzuweisen, bekommen die Lastenfahrräder nun ihr eigenes Piktogramm.

Fahren Sie also bitte weiterhin rücksichtsvoll und achten Sie auf alle Mitwirkenden im Straßenverkehr! Gute Fahrt!

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