Was macht eigentlich … ein Market Access Manager?

Haben Sie sich schon einmal gefragt, wer eigentlich die Einführung von neuen Medikamenten organisiert? Hier kommt die Antwort: Eine wichtige Instanz in diesem Prozess ist der Market Access Manager. Was diesen Job ausmacht, erfahren Sie jetzt! 

 

Wenn ein Arzneimittel auf den Markt kommt, hat es bereits einen langen Weg hinter sich. In der Regel vergeht mehr als ein Jahrzehnt, bis die Erforschung im Labor und erste klinische Studien abgeschlossen sind. Danach aber geht es für das Medikament im besten Fall direkt in die Apotheken und Krankenhäuser. Damit das reibungslos und regelkonform abläuft, gibt es die Position des Market Access Managers.

 

AMNOG – das Arzneimittelmarkt-Neuordnungsgesetz

Ein Market Access Manager muss einerseits Ahnung von Betriebswirtschaft und dem Healthcare-Markt haben – er sollte aber vor allem die rechtlichen Regelungen zur Markteinführung von Arzneimitteln wie die eigene Westentasche kennen. Das gilt nicht nur, aber besonders für das sogenannte Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (kurz: AMNOG), welches seit 2011 in Kraft ist.

Durch das AMNOG ist geregelt, dass ein neues Medikament einen Zusatznutzen im Vergleich zu bereits zugelassenen Präparaten haben muss. Beispiele für Zusatznutzen sind bessere oder schnellere Wirksamkeit oder auch die Eindämmung von Nebenwirkungen. Soll also ein neues Medikament gegen Heuschnupfen auf den Markt kommen, muss es einen Mehrwert gegenüber bereits existierenden Medikamenten haben.

Ein Market Access Manager kümmert sich unter anderem um diesen Nachweis. Dazu prüft er meist schon Jahre vor der Markteinführung alle Studien nach Belegen für solch einen Zusatznutzen. Auf Grundlage dieser gesammelten Informationen und Nachweise erstellt er dann ein sogenanntes „Nutzendossier“, das beim Staat eingereicht werden muss. Dieses hat in der Regel einen Umfang von einigen hundert Seiten.

 

Market Access Manager sind Verhandler

Doch nicht nur die „Beweisführung“ für den Zusatznutzen eines neuen Produkts gehört zum Aufgabenbereich der Market Access Manager, die aufgrund der notwendigen Expertisen in interdisziplinären Teams zusammenarbeiten. Seit der Einführung des AMNOG gilt nämlich eine weitere Neuerung: Das Pharmaunternehmen, das ein neues Medikament auf den Markt bringen möchte, darf den Preis dieses Produkts nur für das erste Jahr frei festlegen. In diesem Zeitraum findet die Prüfung des Nutzendossiers statt.

Ist diese abgeschlossen, geht es in die Preisverhandlung. Dazu verhandelt der Market Access Manager mit dem Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen. Je höher der Zusatznutzen des Medikaments, desto besser ist natürlich die Verhandlungsposition des Pharmaunternehmens.

Zusammenfassend kann die Position eines Market Access Managers wie folgt umschrieben werden: Er gestaltet und begleitet die Markteinführung von Arzneimitteln und medizinischen Produkten – angefangen von der eigentlichen Produktentwicklung bis hin zu allen erforderlichen Regelungen bezüglich des Marktes und der Rechtslage.

 

Die Bereiche des Market Access Managements im Überblick

Dazu arbeitet er in einem Team und an Themen, welche die Bereiche Naturwissenschaft und Ökonomie verbinden. Die Position ist also gleichermaßen zum Beispiel für Gesundheitsökonomen, Biologen, Chemiker, Mediziner interessant.

Die Bereiche des Market Access Managements:

  • Bestimmung: Marktpotenzial und Marktprognose anhand von Morbiditätsstudien
  • Analyse: Marktstruktur, Marktwachstum, Wettbewerb
  • Expertise: politisch-rechtliche Rahmenbedingungen, gesundheitsökonomisches und medizinisches Grundverständnis
  • Strategie: Planung (prä-)klinischer Phasen, Planung von Vertriebswegen
  • Erstellung: Nutzendossiers
  • Verhandlung: relevante Stakeholder, Preisfindungs- und Preissetzungsstrategien
  • Netzwerk: relevante Zielgruppen wie Großkunden und Interessenvertretungen von Ärzten und Patienten

 

Ein Job für Sie?

Sie haben Neugier, ein Auge fürs Detail, Interesse an Kommunikation und der Arbeit in interdisziplinären Teams? Dann haben Sie das Zeug zum Market Access Manager.

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Unser Tipp: Lesen Sie hierzu auch unseren Artikel mit dem Thema „Erfolgreich bewerben in der Pharmabranche“.

 

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